Partnerschaft mit Herpf / Thüringen
Diese Partnerschaft entstand in der Zeit, als der Eiserne Vorhang
Deutschland in zwei Teile trennte. Die Kirchen fanden sich mit
dieser Situation nicht ab. So wurden Patenschaften zwischen den
evangelischen Gemeinden in Württemberg und denen in Thüringen
geknüpft, die sich im Lauf der Jahre zu Partnerschaften entwickelten.
Die Gemeinden des Kirchenbezirks Bernhausen haben alle eine
Partnergemeinde in Thüringen.
So ist die Partnergemeinde Nellingens
die Gemeinde Herpf in Thüringen bei Meiningen.
Herpf ist eine Gemeinde von 1200 Einwohnern. Wir
erleben in dieser
Partnerschaft, wie Christen in Deutschland als Minderheit von 20 %
der Bevölkerung ihren Glauben bekennen und sich auf eine neue Form
der Volkskirche einstellen. Besonders die Kirchenchöre der beiden
Ge-
meinden pflegen die Kontakte untereinander. Bei einem Besuch in
Herpf ist man immer herzlich willkommen – so auch die 20 Pilger,
die
2003 auf dem Weg zum Kirchentag in Berlin so herzlich begrüsst und
fürstlich bewirtet wurden.
Im Jahr 2005 erfuhr die Partnerschaft durch den Besuch
des Herpfer
Kirchenchores im Schwabenland wieder einen frischen Impuls. Im
Herpfer Gemeindebrief „Denkzettel“ Nr. 22 lesen wir hierzu:
„Vor 20 Jahren entstand diese musikalisch-freundschaftliche
Beziehung. Zahlreiche Hindernisse waren im damals geteilten Deutschland
zu über-
winden. Diese Hürden wurden genommen, daran arbeiteten die Pfarrer
Link und Radunz aus Nellingen und Pfarrer Schorcht aus Herpf mit zahl-
reichen Helferinnen und Helfern von dort und hier. Erstes wertvolles
Geschenk waren die bleigefassten historischen Fenster für die Herpfer
Kirche. Bewährt haben sich diese schönen Beziehungen zwischen
den
Chören hinüber/herüber und den gastgebenden Familien bis
in die
Gegenwart.
Auch diesmal gab es wieder einen herzlichen Empfang
in Nellingen. Nach-
dem alle Reiseteilnehmer nach der Ankunft privat bestens versorgt waren,
traf man sich wieder zu einem Ausflug zum Fernsehturm in Stuttgart und
einem anschließenden Spaziergang durch den mit blühenden Blumen
geschmückten Park am Teehäuschen. Als Führer stand Herr
Beutel zur
Verfügung.
Höhepunkt des Treffens war der gemütliche
Abend im Gemeindehaus.
Eine herzliche Begrüßungsrede hielt Hr. Pfarrer Schmidt. Nach
dem wohl-
schmeckenden Abendbrot sangen die Chöre alte und neue Lieder, wobei
Christel Henneberger den Herpfer Chorleiter, der verhindert war, nach
bestem Vermögen ersetzte. Auch Sängerinnen fehlten und so füllten
freundlicherweise Nellingerinnen diese Lücke. Lichtbildervorträge,
vor-
geführt von den Herren Raisch und Bretschneider, zeigten Aufnahmen
aus der Frühzeit der Partnerschaft und dem Pilgerweg zum ökumenischen
Kirchentag 2003 nach Berlin über Herpf.
Besonders berührten die Dias, auf denen die
Teilnehmer der ersten Treffen
in Nellingen zu sehen waren: Rentnerinnen, die damals reisen durften und
die scho längst eine weitere Reise antreten mussten. z.B. Hedwig
Nattermann,
Erna Wiener und Irmgard Wöhner. Erfreulich auch die anderen Aktiven
der
ersten Stunden, darunter Helmút Knödler, Gerhard Dietz, Marlene
und Ewald
Müller, Herr Pfr. Schorcht, deren Anblick von vor 20 Jahren zu dem
Ausruf
verführte:“Bin iech dann doas?“
Dieser Abend des Wiedersehens musste ja gesegnet
sein allein durch die
Anwesenheit von vier Pfarrern und zwar aus Nellingen die Herren Link,
Büser und Schmidt und aus Herpf Herr Wohlfahrth. Schwierig war es
den
Abend zu beenden. Das schmetternde Duett von Ewald Müller und Horts
Eckers und Ewalds gekonnter Sologesang erklangen spät in der Nacht,
als
besonderer Gruß der Sänger aus dem „Herpfer Grund“.
Trotzdem fand das Treffen mit dem Besuch des Konfirmationsgottesdienstes
am Sonntagmorgen eine würdige Fortsetzung und mit dem individuellen
Aufenthalt bei den jeweiligen Gastgebern einen gelungenen Abschluss.
Im 16 Uhr waren alle am Bus. Dankbare Herpfer verließen grüßend
die
winkenden Nellinger mit einem sehr ernst gemeinten
„Aufwiedersehen in Herpf“.
Eure Illo Arnert
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